Petersdom 

 

Der Förderkreis  

"ECCLESIA DEI"  

Heidelberg

Altar der Herz-Jesu-Kapelle in Heidelberg-Neuenheim




3. Mai 2009: Erste heilige Messe in der außerordentlichen Form

in der St.-Anna-Kirche Heidelberg als festliches levitiertes Hochamt

Rund 140 Menschen waren gekommen, um diesem vom Förderkreis „ECCLESIA DEI“ Heidelberg lange herbeigesehnten Ereignis beizuwohnen:

Nach 15 Jahren in der recht abgelegenen, kleinen Herz-Jesu-Kapelle wurde die seit Beginn erbetene, zentral gelegene, barocke St.-Anna-Kirche durch den Heidelberger Dekan und Rector ecclesiae Dr. Joachim Dauer für die nun jeweils am ersten und dritten Sonntagabend um 18.00 Uhr stattfindenden heiligen Messen in der außerordentlichen Form des römischen Ritus, zur Verfügung gestellt, wofür wir unseren herzlichsten Dank aussprechen wollen.

Nach der Austeilung des Weihwassers durch unseren Zelebranten, HH Pfarrer Klaus Dörner mit dem Choralgesang „Vidi aquam“ erfolgte der festliche Einzug des Klerus mit der Assistenz unter den ewig jungen, einzigartigen gregorianischen Gesängen, die mit dem Introitus „Jubilate Deo“ vom dritten Sonntag nach Ostern beginnend und den übrigen Propriumsgesängen von der im Chorraum singenden, Heidelberger Männer-Choralschola dargeboten wurden. Schon zu Beginn machten sich die weitaus besseren, akustischen Verhältnisse, im Gegensatz zur Herz-Herz-Jesu-Kapelle, bemerkbar: Der Raum „sang“ regelrecht mit! Durch eine zusätzliche, kleine Chororgel, die klanglich mit der großen Orgel auf der Empore durchaus „mithalten“ konnte (Organist/Schola: Bernhard Carolus), wurde es möglich, ganz im liturgischen Sinne mit der Choralschola, die, -selbstverständlich in liturgischer Kleidung- in den Chorraum und nicht auf die hintere Empore gehört, eine musikalische Einheit zu bilden. Auch wird dadurch besonders deutlich, dass es sich bei dem  gregorianischen Choralgesang nicht um eine Art dekorative Zutat sondern um einen integralen Bestandteil der römischen Liturgie handelt, wovon in unserer Zeit sowohl die letzten Päpste als auch die Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils sprechen.

 Nicht zuletzt wird durch diesen, ursprünglichen Standort auch die vermittelnde Stellung der Schola zwischen Klerus und mitfeiernder Gemeinde deutlich, wie er auch beispielsweise in den  Gemeinden des byzantinischen Ritus heute noch selbstverständlich ist.- Nicht zuletzt ist dieser Standort für den Organisten, der ja auch die heilige Messe mitfeiern und möglicherweise zur heiligen Kommunion gehen möchte, der dafür angemessene, anstatt auf der fernen Empore, vom heiligen Geschehen abgewandt, in den Orgelschrank „hineinzuspielen“.

Zur Steigerung dieses feierlichen Hochamtes sang auf der Empore ein eigens für diesen Anlaß zusammengestelltes Vokalensemble aus Sängern der Musikhochschule Mannheim (Leitung und Orgel: Jan Wilke) ein Meßordinarium zu drei Stimmen und Orgel von Eugene Butler, eines Komponisten der Gegenwart. Dieses durchaus expressive wie meditative Werk stellt einen überzeugenden Beweis dafür dar, dass es auch durchaus mit Musik der Gegenwart möglich ist, die klassisch-römische Liturgie zu feiern.

In seiner Predigt (selbstverständlich von der Kanzel und ohne Mikrofon!) stellte HH Pfr. Dörner u.a. den unerlässlichen Zusammenhang zwischen heiliger Messe und Kreuzesopfer dar, wie er in der außerordentlichen Form des römischen Ritus besonders deutlich zum Ausdruck kommt.

Das Hochamt steuerte auf das zentrale Ereignis, die Heilige Wandlung, zu, die sich unter andächtiger Stille und der Beräucherung der verwandelten Gestalten vollzog. Danach setzte das Vokalensemble mit dem entrückten „Benedictus“ der Butler-Messe einen besonderen, glaubensvertiefenden Akzent. - Nach dem Schlußevangelium wurde die Marianische Antiphon der Osterzeit „Regina caeli“ gesungen, die dann auch die Überleitung zur feierlichen Maiandacht bildete.

Mit der Aussetzung des Allerheiligsten nach dem „Tantum ergo sacramentum“ und dem feierlichen, sakramentalen Segen schloß dieser Abend der altehrwürdigen, katholischen Liturgie in der wunderschönen St.-Anna-Kirche und hat bei den Mitfeiernden einen tiefen Eindruck hinterlassen, wie die vielen begeisterten Stimmen danach gezeigt haben. Allen jenen, die diese Liturgie vorbereitet und damit zu einem „außerordentlichen“ Erlebnis beigetragen haben, sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt, insbesondere unserem engagierten Zelebranten, HH Pfarrer Klaus Dörner und HH Pfarrer Peter Miksch, der eigens aus Luzern angereist kam, um den Part des Diakons zu übernehmen.- Möglicherweise ist diese heilige Messe in St.Anna für jene, die zum ersten Mal an einer Liturgie in der außerordentlichen Form teilgenommen haben, eine Art „Initialzündung“, um nun weiterhin mit uns mitzubeten und mitzufeiern.- Herzlich willkommen!

Bernhard Carolus, Förderkreis“ECCLESIA DEI“ Heidelberg










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